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In alten chinesischen Texten steht geschrieben:

es gibt keine Krankheiten, sondern nur kranke Menschen


Dieser weisen Erkenntnis nach ist das, was wir im Westen Diagnose nennen, das Symptom, mittels dessen die fernöstliche Methode den erkrankten Menschen in seinem Heilungs- und Verschlimmerungsverlauf versteht.

Diagnosen sind nur Etiketten, wie ein Personalausweis.
Sie erfassen nicht die Personen selbst in ihrer Gesamtheit.

Aus dieser Sicht und aus diesem Grund ist jede Unterdrückung oder gar die Beseitigung eines Symptoms, im Sinne der Heilung weder verständlich noch erlaubt.

Der einzige Fall, in dem die Unterdrückung eines Symptoms erlaubt wäre, ist, wenn die Heilung des Patienten aufgegeben ist und es "nur" noch darum geht, die verbleibende Lebenszeit erträglicher zu gestalten. Das ist nicht mehr als z.B. die segensreiche Idee einer Krücke bei einem Beinamputierten.

Doch jede Dauermedikation ist eine elegante, mühelos durchführbare lebenslange Krücke.

Im Osten sagt man hierzu:
Einmal Krücke, immer Krücke

Die Symptome der Patienten ermöglichen uns Therapeuten, ihre Verschlimmerungs- oder Heilungsverläufe zu verstehen und sie therapeutisch zu nutzen.

Sie sind der Schrei eines Säuglings, der uns seine Not mitteilt, wie die Wehen die Ankunft eines neuen Erdenbürgers ankündigen,

Die jeweiligen Symptome des Patienten sind die eigentlichen Parameter unseres ärztlichen Handels. 

Sie sind der Kompass auf hoher See, der uns bei der Beurteilung und Behandlung zum Ziel führt.

Spätestens hier sieht man, wie eminent wichtig der Faktor Zeit bzw. Zeitpunkt bei der Behandlung ist.  Dies bedeutet jeder ärztliche Eingriff, ob westlich oder östlich, ob an zwei- oder 40-jährigen Patienten, hat für das Leben des Behandelten zwingend ganz unterschiedliche Konsequenzen zur Folge.

Dies gilt nicht nur bei schwerwiegenden operativen Interventionen, sondern bei viel zu häufig übereilten medikamentösen Gaben.

Im Westen gewinnt man allzu schnell den Eindruck:  Warum sollte man überhaupt im Ansatz leiden, denn es gibt doch für jedes und alles immer ein Medikament.

Würde sich dieser Grundsatz ein Leben lang, wirklich bis zum Ende des jeweiligen Lebens, bewähren, also bis Yin und Yang sich trennen (=Tod), hätte die Menschheit kein Problem, und sie wäre in der Funktion dem Schöpfer gleich.

Wie man hier sieht, ist und bleibt die  Z e i t  das Problem im lebenden System.

Was lebt, bewegt sich, und bewegen kann man nur mit der Zeit (Bewegung der Sonne).

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